Eine ganz persönliche Geschichte

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Frank Schneller

Geboren am 23. Mai 1969 in Erlangen und aufgewachsen in der Schuhstadt Herzogenaurach, hatte ich schon als Kind hautnahen Kontakt mit der Welt des Sports und zahlreichen Spitzensportlern – der Job des Vaters bei Adidas brachte es nun mal mit sich. Ob Muhamed Ali, Annegret Richter, Mark Spitz, Daley Thompson, Edwin Moses, Gerd Müller, Klaus Fischer, Rosi Mittermaier, Walter Röhrl, Heiner Brand oder Joachim Deckarm – ich durfte sie alle live und in Farbe aus nächster Nähe erleben. Die Ehrfurcht hat sich mit der Zeit gelegt. Die Begeisterung für den Sport indes nie.

Ebenfalls familiär bedingt ist die große Handball-Affinität, die ich im weiteren Verlauf meines Werdegangs noch im großen Maße ausleben sollte – als Sohn eines erfolgreichen Trainers, als Spieler, Coach und Journalist. Biograf Heiner Brands zu werden und mehrere Jahre relativ hochklassig als Trainer-Autodidakt mein Unwesen treiben zu können – all das hatte seinen Ursprung fraglos schon in meiner Kindheit.

Dass der beruflich bedingte Umzug der Familie 1984 nach Leverkusen und der Wechsel zum TSV Bayer 04 die Fortsetzung meines Lebens mit dem und für den Sport bedeutete, war unweigerlich und logisch. Obendrein gesellten sich zu meiner einst als Kind gezeigten Vorliebe, Fußballspiele – auch die eigenen – lautstark zu kommentieren, zunehmend Erfahrung und Hintergrundwissen im Umgang mit den (Mechanismen der) Medien. Wer einen jahrzehntelang als Bundesligatrainer in der Öffentlichkeit stehenden Vater hat, kommt gar nicht drum herum.

Als sich parallel zum Abitur abzeichnete, dass der eigenen Karriere als Handballer trotz einiger vorzeigbarer Erfolge doch Grenzen gesteckt sind, ergab sich eine neue Perspektive, die glücklicherweise meinem insgeheimen Kindheitswunsch entsprach: Eine Zukunft als Sportjournalist – ermöglicht dank des Angebots, 1990 ein Volontariat beim Sport-Informations-Dienst (SID) zu beginnen. Angela Bern, Joachim Neußer, Gerd Graus u.a. lasen mir erst einmal die Leviten. Und wiesen mir den Weg.

Der ‚Rest’ ist Rock’n Roll: Wechsel aus der SID-Zentrale, damals noch in Neuss, in die Filiale nach München 1991 (dort hatte ich das Privileg, mit so tollen Kollegen wie Stefan Thies, Markus Seyrer und später auch Tom Häberlein zusammenarbeiten, von ihnen lernen zu können). Verkürztes Volontariat, die ersten Olympischen Spiele 1992 in Barcelona als Jung-Redakteur (was für ein sensationelles Erlebnis!), der Anruf von Sport-Bild aus Hamburg Ende 1992 und schließlich der Wechsel in den Springer-Verlag 1993, in meine Traumstadt an Elbe und Alster. Sie wurde, zusammen mit Atlanta/USA, meine Heimat.

Für Sport-Bild durfte ich die Welt bereisen, war bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen – Atlanta 1996 sollte auch mein künftiges Privatleben erheblich beeinflussen … – im Einsatz und als Bundesliga-Reporter unterwegs. Mein damaliger Chef, Max Pietsch, war launisch, unberechenbar, ungeduldig, fordernd, aber eben auch großzügig, fördernd und stets bestrebt, mir beizubringen, dass Boulevard und journalistischer Tiefgang durchaus einhergehen können – kurzum: er war wegweisend, hat mich abgehärtet.

1998 der Wechsel in die Kommunikationsagentur Köster+Co – hier lernte ich die Branche von der anderen Seite kennen, dank Werner Köster und – erneut – Stefan Thies. Im Jahr 2001 dann  der Sprung in die Selbstständigkeit mit all seinen Vorzügen und Gefahren. Ich war als Freelancer jedoch nie allein – Weggefährten und Freunde halfen mir, glaubten an mich. Bis heute.

Mit dieser Erfahrung und dem Glaube daran, dass man auch als Freelancer Teamwork leben und zielführend einsetzen kann, gründete ich 2009/2010 das Netzwerk Medienmannschaft. Es ist ein Privileg, im Zuge dessen mit einer Reihe toller Kollegen zusammenzuarbeiten, von denen viele auch zu meinen engsten Freunden zählen. Entgegen der Haltung „Don’t do Business with Friends“ ist es bei aller Professionalität vor allem wohl der Respekt vor- und das Vertrauen zueinander, der dieses Team auszeichnet und stark macht.

 

Ein Kommentar:

  1. Volker Schneller

    Was für ein Werdegang, Du hast jede kleine (und große) Chance genutzt und das Beste daraus gemacht!

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